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Gebietsbeschreibung

 

IMG 8422Geithain          IMG 8423Geithain

Der Altkreis Geithain befindet sich im südlichen Teil des Regierungsbezirkes Leipzig. Mit seinen 272 km² zählt dieser mit zu den kleineren Untersuchungsgebieten hier im Land Sachsen. Dieser umfasst 32 Gemeinden, in denen etwa 33.500 Einwohner leben. Die Ortschaften Bad-Lausick, Geithain, Frohburg und Kohren-Sahlis verfügen über den Status Kleinstadt. Mit der politischen Wende erfolgte bereits 1994 eine Grundlegende Gebietsreform. Der Kreis Geithain wurde in drei Gebiete aufgeteilt. Der größere Teil verblieb im Landkreis Leipzig. Der N, NE -Teil wurde zu Grimma und der E, SE Teil zu Mittweida eingegliedert.

Das Untersuchungsgebiet befindet sich in der Leipziger Tieflandsbucht nordwestlich von Sachsen und zählt zur sächsischen Berg- und Hügellandschaft, welche sich in einer Höhe zwischen 170 und 260 m NN über den Meeresspiegel befindet. Mit nur 5 % Wald- und etwa 2 % Wasseranteil zählt diese Region zu den Baum- und Gewässerarmen Gebieten.

Auf Grund der hohen Bodenfruchtbarkeit ist diese Landschaft geprägt von Feld – und Ackerbau. Die landwirtschaftliche Nutzflächen 1986 betrug etwa 20.736 ha was immerhin 75,8 % der Gesamtfläche ausmacht. Zu dieser Zeit lag der Grünlandanteil bei 10,5 %, was immerhin eine Fläche von ca. 2856 ha entsprach.

Auf Grund von verschiedenen Baumaßnahmen sowie des sprunghaften Anstiegs an Biogasanlagen, was einen schier unersättlichen Bedarf an Biomaße fordert, lässt das Nahrungsangebot mehr und mehr zu einem Problem anwachsen. Monokulturen prägen die Region z. T. gefördert von der EU, was dazu führt das Weißstörche, wenn sie auf Nahrungssuche sind, große strecken zurücklegen müssen. Dies führte letztlich dazu, dass in dem Zeitraum von 1986 – 2013 etwa 1704 ha Grünlandflächen verloren ging. Demnach haben sich die Ackerbaunutzflächen 2013 auf 82,5 % erhöht und liegt somit über den sächsischen Durchschnitt von 74,9 %. Alarmierend jedoch ist der Grünlandanteil. Im Land Sachsen beträgt der Durchschnitt immerhin 22,5 % (2013). Im Untersuchungsgebiet ist dieser Anteil von 10,5 % auf 4,2 % geschrumpft. Dies ist ein Rückgang von 60 %! Keine guten Voraussetzungen für unsere Weißstörche zumal dieser Rückgang an Grünland nicht nur Landesweit sondern Bundesweit zu verzeichnen ist.

Erschwert wird die Situation durch die stetige Optimierung der Ackernutzflächen. Um den Ackerbau effektiver zu machen wurde bis 1986 bereits 4262 ha Nutzflächen entwässert was immerhin 20,6 % entspricht. Da diese Entwässerungen noch immer bestand haben, sind auch in absehbarer Zeit keine Änderungen zu Gunsten der Flora und Fauna zu erwarten.

IMG 7274PriessnitzFrankenhain

Der Anbau von Raps und Mais, was auch zunehmend an Bedeutung findet, erschwert die Futtersuche enorm. Der Kartoffelanbau war früher für Rebhuhn und Hase ein Segen. Durch die hochmoderne Technik sowie der stetige Einsatz der Spritzfahrzeuge machen die Felder ökologisch uninteressant.

Der Wegfall der Milchquote ab 2015 lässt auch hier nichts Gutes für die Zukunft erwarten. Kleinbauern mit Milchproduktion werden es schwer haben, auf dem Markt zu bestehen. Die Folge könnte sein, dass noch mehr von dem dringend benötigte Dauergrünland dem Ackerland zum Opfer fallen wird.

IMG 7585Frankenhain

Die Situation um unsere Weißstörche sieht demnach nicht wirklich gut aus. Daher ist es wirklich wichtig, kleine Biotope zu schaffen, wo es sich anbietet. Der Horststandort in Frankenhain könnte ein Beispiel dafür sein. Nachdem dieser Horst eigentlich schon aufgegeben wurde ließ Herr H. Bauer mit Hilfe der unteren Naturschutzbehörde ein Biotop auf seinem Grundstück anlegen. Drei Jahre später, nach dem der Horst elf Jahre verwiesen war, ließ sich wieder ein Paar nieder.

Jens Frank

Quelle: Bundesamt für Naturschutz, BfN Grünland-Report: 2003 – 2013

           Steiniger Michael Dr. - Dränsysteme in Sachsen / LfULG - Schriftreihe, Heft 28 / 2013

   
© Klaus Doege