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Horste Riesa  

   

Altkreis Riesa

Erster Rückblick 2016 - Pulsen, Aug.2016
 
In der 33.KW packte Mitte der Woche überraschend viele, d.h. fast alle WSto'e die Reiselust. Am vergangenen WoEnde war nur noch die Kreinitzer Storchenfamilie komplett anwesend, da dort eine Spätbrut stattfand und die Juv. gerade ihre ersten Ausflüge vom Nest unternahmen.
Da ich zeitgleich eine Durchquerung des Storchendichtezentrums Spreewald terminbedingt vornahm, erkannte ich, daß meine Beob. hier auch großräumig gilt. Ich sah auf der Hin- und Rückfahrt nicht einen WSto.
Rückblickend auf die letzten 25 Jahre im Altkrs.Riesa reiht sich das Jahr 2016 unter die 10 besten Jahre ein. Massgeblich dafür ist der Reproduktionserfolg (JZm 3,0 und JZa 2,1), nicht die Besetzung. Sie hätte besser sein können und liegt mit 19 HPa rund 2 HPa unter dem Durchschnitt. Auch die relativ vielen HPo (6) drücken die Jahreswertung nach unten, aber zu diesem hohen Wert steuerte das Wetter nur 2, Storchenrangeleien dagegen aber 3 bei. Bei diesen Storchenkämpfen ums Nest gingen nachweislich 7 Eier zu Bruch, erfahrungsgemäß insgesamt mehr als 10. Damit hatte das Wetter weniger Anteil an der Erfolglosigkeit des Brütens, als die genetisch bedingte Kampfeslust um die Wohnung. Diese war dieses Jahr höher als üblich, da die ersten und letzten Ankünfte weit auseinander lagen und damit die Wahrscheinlichkeit vom Gerangel ums Nest hoch war.
Da inzwischen auch die letzten 2 Juv. in Kreinitz fliegen, dürfte das Storchenjahr in Kürze zu Ende gehen. Vielleicht nutzt die Fam. die angekündigte Hochdruckwetterlage am WoEnde zum gemeinsamen Abflug ins Winterquartier, was bei Spätbruten oft genauso stattfindet.
Pulsen, 24.August 2016
 
Erste Reisende sind gelandet - Pulsen, Aug.2016
 
Mehrfache Meldungen über gelandete Zugtrupps in den letzten 10 Tagen stellten sich immer wieder, bei genauer Betrachtung der Individuen, als Ansammlungen regional ansässiger Störche oder deren Juv. heraus. Beispielhaft dafür war am letzten Mittwoch die Ansammlung von 21 Störchen auf einem Acker bei Lorenzkirch im Elbbogen Strehla. 
An den 21 gelandeten Störchen des Zugtrupps konnten durch Holger Teichert 11 Ringe geortet und abgelesen werden. Darunter waren wiederum mehrere eigene Juv.(6x AltRIE, aus Lorenzkirch, Paußnitz, 2x Naundörfchen, 2x Strehla und 1x AltGRH). Diese hatten sich allerdings mehreren Adulten angeschlossen, dav. 4 fremde Ringe (3xDEH und 1xCZP). Dort entstand vermutlich ein Zugtrupp, da diese Juv. inzwischen abgeflogen sind.
Um diese Aussagen treffen zu können, ist es Voraussetzung, dass alle Brutstörche auf Ringe kontrolliert und wenn mit Ring, auch abgelesen worden sind. Das ist im gesamten AltKrs. Riesa und Großenhain erfolgt und teilweise darüber hinaus auch in AltOZ und in EE. Beispielsweise trugen von den 38 Brutstörchen in AltRIE 13 einen Ring und konnten abgelesen werden, außerdem mehrere Nichtbrüter.
Damit geht der Wegzug 2016 hier in umgekehrter Reihenfolge vonstatten. In den letzten Jahren trafen zuerst Zugtrupps fremder Juv. hier ein und unsere Juv. gesellten sich teilweise dazu, um mit ihnen auf die Reise zu gehen oder fanden sich danach erst zusammen, um anschliessend wegzuziehen. Aktuell ist ein Teil von ihnen, mindestens die Hälfte, schon abgezogen. 
Gestern war es dann soweit, mich erreichte die Information, dass über 10 Störche bei Lorenzkirch gelandet sind. Vor Ort traf ich dann 14 Störche an, die eifrig hinter einem Mähdrescher nach Futter suchten. Der Trupp bestand aus 6 Adulten und 8 Juv. Um diese Zeit, Mitte August, ist das eine normale Zusammensetzung. Zum Ende des Monats nimmt der Anteil Adulter kontinuierlich zu und der der Juv. ab. 6 Reisende trugen einen Ring und konnten abgelesen werden. Nur einer davon war hier bekannt, der Kreinitzer Storchenmann. Das ist so üblich, meist "kontrollieren" die ortsansässigen Altstörche die Reisegruppe und nutzen bei der Gelegenheit das von diesen entdeckte Nahrungsangebot gleich mit. Alle anderen waren Reisende, wofür auch deren Verhalten sprach, sie waren emsig bemüht Nahrung aufzunemen, um für die Reise bei Kräften zu bleiben. Es konnten alle Ringe abgelesen werden und 2 Juv. trugen Hiddensee Ringe der AK 20er Serie, die lt. mdl.Info im Raum Wittenberg angebracht wurden. Damit kommen diese Reisenden mindestens von dort.
Erfahrungsgemäß und bei der Wettervorhersage für die nächsten Tage sind weitere Trupps zu erwarten. Bürger, die mithelfen wollen diese zu finden, sollten mir umgehend per Tel. ihre Beobachtung mitteilen. (TelNr.0173 4716760)
Pulsen, 16.August 2016
 
 
Ende des Storchenjahres - Pulsen, Aug.2016
 
Am Wochenende KW31/32 verdichteten sich die Hinweise, dass der Abflug unserer Jungstörche beginnt / unmittelbar bevorsteht. Während bei Kontrollen an einigen Standorten noch die gesamte Storchenfamilie bei der Nahrungssuche beobachtet werden konnte, befanden sich an anderen Stellen die Altstörche wieder auf dem Nest, ein fast sicheres Zeichen, dass deren Junge sich auf die Reise begeben haben. Aktuell wurden mir noch keine Ansammlungen im Altkreis Riesa gemeldet, aber der Durchzug fremder Jungstörche, der immer vor dem Abzug unserer Jungen stattfindet, steht unmittelbar bevor.
Pulsen, 8.August 2016 
 
Gutes Reproduktionsergebnis im Altkreis Riesa - Pulsen, Juli 2016
 
Die Hoffnung von Anfang Mai, dass die letzte Ankunftswelle doch noch brutwillige Störche anspült, erfüllte sich nicht. Es blieb bei 19 Brutpaaren und bis dahin hatten auch schon 3 Paare wieder aufgegeben, davon 2 durch zuviele Bewerber um das Nest, d.h. dort gab es Rangeleien unter den Störchen und in deren Folge Gelegeverluste durch Storchenkämpfe. Auch die andere Hoffnung, dass die Spätankömmlinge wissen, wann es zu spät zum Brüten ist, erfüllte sich nicht. Ende Mai / Anfang Juni, zu völlig untypischer Zeit, weil viel zu spät, kam es in Riesa nahe der Hauptstr. auf dem Schornstein am AH/Spk noch zu einem Kampf mit Gelegeverlust. Im Juni gaben dann 2 weitere Paare auf, deren Junge im Nest verendet waren, vermutlich durch Unterkühlung / Durchnässung. Damit erreichten nur 13 Paare mit Jungen die Beringungszeit. Diese wiederum aber mit überdurchschnittlich vielen Jungen. Bezeichnend ist, dass an 3 Brutplätzen (Colmnitz, Paußnitz, Strehla) jeweils 5 Junge im Nest beobachtet wurden und in Paußnitz der einzige Abwurf nur wenige Tage vor der Beringung stattfand. Dort hätte es nach über 20 Jahren (zuletzt 1994 in Tiefenau) fast wieder einen 5er Bruterfolg im Altkreis gegeben.
Bei der Beringung wurde neben den dabei üblichen Funden (unbefruchtete Eier + im Nest verendete Juv.) eine erfreulich hohe Zahl gut entwickelter Jungstörche mit Ringen bestückt und wie jedes Jahr mehrere "Pflegeinsassen" aus dem Heimattiergarten Riesa neuen Storcheneltern "untergejubelt", d.h. dabei zugesetzt. Insgesamt erreichten die Paare mit Bruterfolg damit eine glatte 3,0. Ein Wert der in den letzten 25 Jahren nur 5x erreicht/ nahebei lag und 1x (1994: 3,2) überboten wurde. Selbst die Gesamtzahl über alle Paare (JZa) ist mit 2,1 deutlich über dem Durchschnitt der letzten 25 Jahre (1,8) im Altkreis Riesa. Hier drücken die vielen HPo den Wert und die wiederum werden dominiert von der Ursache Storchenkämpfe und nicht von den Witterungseinflüssen.
Insgesamt steht damit im Storchenjahr 2016 im Altkreis Riesa eine leicht unterdurchschnittliche Besetzung einem überdurchschnittlichem Bruterfolg gegenüber, insgesamt damit ein gutes Jahr.
Pulsen, den 30.Juli 2016
 
Unterdurchschnittliche Besetzung im Altkreis Riesa - Pulsen, Mai 2016
 
Am 26.Feb wurde das WStoJahr 2016 mit einer neuen Ankunftsbestmarke für den AltKrsRIE durch DEW 9X249, einem 2009er Männchen, damals aufgewachsen in Fallersleben bei Wolfsburg, in Frauenhain auf dem Nest am Schloßteich eröffnet. Danach passierte über 3 Wochen nichts mehr, erst in der Woche vor Ostern trafen einzelne Störche in Koselitz, Paußnitz, Seerhausen und Strehla ein. Da sich in Frhn. bei 9X249 nichts tat, ergriff er die Initiative und wechselte Ende März nach Treugeböhla, Altkrs.GRH.
Erst Anfang April füllten sich langsam die Nester und bis Mitte April hatten sich 15 Paare gefunden. Damit fehlten zu diesem Zeitpunkt noch mind. 5 Paare zum langjährigem Durchschnitt (21,0) im AltKrs.Riesa. Die weitere Besetzung verlief dann schleppend. Anfang Mai hatten sich nur 19 Paare gefunden und damit fehlten immer noch 10%.
Bisher waren die Besetzungen ohne grosse Rangeleien relativ friedlich abgelaufen, trotz mehrfacher Brutstorchwechsel. Zum Bsp. wurden Hidd.L389(M) in Nauwalde, H5253(W) in Naundörfchen und M822(W) in Strehla ohne Kampf durch Altstörche (ohne Ringe) ersetzt. Ihren Brutplätzten treu blieben AF305 und 9X327 in Gohlis, HC168(M) in Koselitz, wahrscheinlich H8800 in Kreinitz (noch nicht sicher abgelesen), H5049(W) in Nauwalde, M035(M) in Riesa AH/Spk, H6379(W) in Spansberg und HH556(W) in Wülknitz.
Dann erschien am 7.Mai Nachmittags zur besten Kaffeezeit H8766, ein 2009er Storchenmann aus Zschaiten (damals der Grösste von 3 Nestgeschwistern), an seinem langjährigen Brutplatz (2013-heute) in Riesa auf dem Wäschereischornstein. Nach publikumswirksamen Kampf eroberte er seine Vorjahreswohnungohnung, incl. Gattin, zurück und beseitigte alle Ergebnisse deren Untreue, d.h. die Eier (mind. 3 Stück) flogen aus dem Nest. Seither beschäftigen sich die beiden mit klappern, putzen, kopulieren und rumstehen auf dem Nest. Sie fliegen meist gemeinsam auf Nahrungssuche und machen damit, mit fortschreitender Zeit, die Tendenz zum HPo immer wahrscheinlicher.
Nach neuesten Daten hat der letzte noch auf dem Heimzug befindliche Senderstorch (Albert von Lotto) aktuell den Bosporus überflogen und Europa erreicht. In Loburg wird seine Ankunft für Mitte Mai erwartet. Erfahrungsgemäß haben diese Ankünfte keine (negativen) Auswirkungen mehr auf die inzwischen am Nachwuchs arbeitenden Paare, da der Bruttrieb und damit die Kampfbereitschaft der Ankömmlinge im Mai kontinuierlich abnimmt. Hoffentlich wissen das auch alle sich noch auf dem Zugweg befindlichen Störche!
Aktuell "arbeiten" im AltKrs.RIE noch 18 von 19 Paaren am Nachwuchs 2016, mindestens 1 Einzelstorch harrt noch am Nest aus und wartet auf einen Brutpartner. Die nächsten Tage werden es zeigen, ab der zweiten Maihälfte sinkt die Wahrscheinlichkeit für diesjährigen Bruterfolg erfahrungsgemäß auf nahe Null.
Pulsen, den 13.Mai 2016

Olaf Gambke

   
© Klaus Doege